Steuerrechtlich ist das deutsche Regelwerk, für den Ottonormalverbraucher eine Einbahnstraße - der Arbeitnehmer darf zahlen und seinem Recht und seinem Geld Jahr für Jahr hinterherlaufen.

Spielen Sie steuerlich in einer weitaus höheren Liga, sind dazu noch ein prominenter Wurstfabikant oder ähnliches und haben gute Kontakte zu den obersten Regierungskreisen sind die Möglichkeiten und die angewendeten Gesetze auch gleich ganz andere.
In meiner Welt jedoch zahlt man Monat für Monat einen steuerlichen Überschuss. Hierauf hat man keinen Einfluss - gesetzlich geregelt werden die Steuern abgeführt oder eingetrieben. Die Überzahlungen streicht sich der Staatshaushalt - natürlich gesetzlich geregelt - als zinsloses Darlehen ein. Im einzelnen kein Vermögen, in der Summe jedoch etliche Millionen Euro. Darlehen bedeutet natürlich es ist nicht verschenkt. Ich erhalte mein Geld wieder zurück. Hier jedoch dreht der Gestzgeber die Situation um. Die Bereicherung des Staates erhalte ich nicht automatisch zurück. Es gibt keine Einrichtungen die mir mein Eigentum selbständig zurück tranferieren. Ich muss erst einmal die Beweisführung in Form der Einkommensteuer- oder Lohnsteuererklärung antreten - natürlich zu meinen eigenen Lasten und in eigener Verantwortung. Für den Staatshaushalt sorgen Finanzbehörden - natürlich auch wieder auf meine Kosten. Je nachdem in welcher Phase der Beweisführung man sich befindert sind auch hierbei die Regeln sehr unterschiedlich. Für die Abgabe der privaten Beweisführung gibt es festgelegt Fristen und Termine, die tunlichst nicht zu überschreiten sind. Sollte dieses jedoch vorkommen erhält man vom örtlichen Finanzamt eine letzmalige Aufforderung mit unverschämten Unterton und der Androhung einer Geldstrafe.

Fragt man beim Finanzamt Marl, sieben Wochen nach Abgabe der Einkommenssteuererklärung den Bearbeitungsstand ab, erhält man die Auskunft die Unterlagen seien doch noch frisch. Der Bearbeitunmgszeitraum läge zur Zeit bei 4 bis 6 Monaten - der Sachbearbeiter könne auch nicht mehr als hexen. Nach den abgelaufenen 6 Monaten könne man eine Beschwerde wegen untätigkeit einreichen.

Welch ein Unterschied auf welcher Seite der Gestze man sich befindet. Am 22. September können wir den verantwortlichen Volksverrätern wieder zu Ihrer Legitimation verhelfen, uns weiterhin die Taschen zu plünndern.