Einen neuen Reisepass beantragt man in unserem Dorf im so genannten Bürgerbüro. Dieses befindet sich im EG der örtlichen Verwaltungsruine. Um dort erscheinen zu dürfen ist eine Abfertigungsnummer erforderlich

die man an der, missverständlich als Information bezeichneten Loge, neben dem Haupteingang erhält. Dort an der Reihe und nach der Marke fragend wurde mir augenblicklich wieder bewusst auf welcher Ebene man mich als Bürger dieser Republik einzusortieren versucht. In barschem herablassenden Tonfall blies mir die Frage entgegen was ich dort wolle. Meinen erklärenden Satz brachte ich nicht zu Ende als mich die Empfangschefin in gleicher Manier unterbrach, ich brauche ein Bild und mein Geburtsurkunde für den Reisepass – eben das Selbe wie Sie es dem Mann vor mir erklärt habe.

Entgegen dem deutlich angebrachten Hinweis der um Abstand und Diskretion bittet, wird das Gegenteil erwartet – eben eines der Dinge die anders gemeint sind als sie auf den ersten Blick erscheinen und gemeinhin als üblich angesehen werden.

Der aktuelle Bürgermeisterplatzhalter Werner Arndt steht einem Verwaltungsapparat vor, der in Teilbereichen ganz offensichtlich nicht über seine Aufgaben unterrichtet wurde und in den Bürgern eher drittklassige Bittsteller sieht. Keinesfalls versteht man sich dem Bürger gegenüber als Dienstleister. Der Bürger wird nicht unterstützt seine Rechte und Pflichten wahrnehmen zu können – eher wird bereits im Eingangsbereich auf Abschreckung und Einschüchterung gesetzt.

Herr Arndt, das mir heute in Ihrer Verwaltung entgegengebrachte Verhalten bezeichne ich als asoziale, bodenlose Unverschämtheit und hat mit Bürgernähe nicht das Geringste gemein. Es scheint Ihnen nicht bewusst und hoffentlich nicht bereits gleichgültig – der tägliche Umgang mit den Menschen ist auch Ihre Visitenkarte.