Denkmalschutz, in den richtigen Händen zahlt sich aus. Das Querdeelenhaus in Marl steht unter Denkmalschutz – und das nicht erst seit gestern. Das Baudenkmal anno 1750 wird seit 1987 als Denkmal gelistet. Das verpflichtet den Eigentümer weitere Schäden zu verhindern. Noch vor acht Jahren wurde das Gebäude, von unserer Bürgermeisterin, gerne für Werbezwecke gebraucht. Damals noch fast im Originalzustand wurde es in einer Broschüre über Baudenkmäler in unserer Stadt geführt.

Vor gut 30 Jahren habe er bereits einen Abrissantrag gestellt. Seither sei nichts mehr passiert – weder die Stadt noch der zuständige Landschaftsverband habe reagiert. So war der neue Besitzer, Hubert Schulte-Kemper "genötigt" das Denkmal dem Zahn der Zeit zu überlassen. 30 Jahre zuzuschauen wie nichts passiert sind Wesenszüge die an dem ehemaligen Geschäftsführer der Essener Hypobank wohl eher unbekannt sein dürften.

Alle Verantwortlichen ließen es bis zur Einsturzgefährdung verfallen. Im Sommer 2013 drohten Teile herabzustürzen und es wurde der Gehweg abgeriegelt. Gutachter hatten HSK bescheinigt, dass der Zustand des Hauses gegen einen Erhalt spräche. Statt sich um den Erhalt zu kümmern haben auch Denkmalschützer lange genug weg geschaut um heute zu bestätigen, dass der Aufwand für den Erhalt nicht zu vertreten sei.

Wer jahrzehntelang die Fäden der kommunalen CDU in Händen hielt, weis auch derart langwierige Probleme für sich zu lösen.

Heute steht der Abrissbagger bereit um das Denkmal dem Erdboden gleich zu machen. Was bleibt ist ein großes Grundstück in bester Lage. Ich denke belohnt wird derartige Kaltschnäuzigkeit, in nächster Zukunft mit einer Baugenehmigung.

Das Ansinnen solcher Spekulanten wird offiziell unterstützt. Vom Deutschen Städtetag ist ein Schriftstück aufgetaucht, indem der Denkmalschutz zum Landesziel erklärt wird, die damit verbundenen Aufgaben fallen jedoch den Kommunen zu. Landesmittel werden gekürzt und die Städte können auf Grund ihrer prekären Haushaltslagen den Pflichtaufgaben nicht entsprechend nachkommen. Ich gratuliere Herrn Schulte-Kemper – der Plan ist aufgegangen.

Was mir sofort auffällt: Wenn ein sozialverträglicher Mensch ein denkmalgeschütztes Gebäude kauft hagelt es Auflagen, die auch einzuhalten und umzusetzen sind.