Inklusionein tolle Idee, dass lernbehinderte Kinder nicht separiert, sondern in "normale" Schulklassen integriert werden. Mit Beginn dieses Schuljahres haben behinderte Kinder, in NRW einen Rechtsanspruch am Unterricht von allgemeinen Schulen teilzunehmen.

Kinder mit individuellen und sehr unterschiedlichen Lernbehinderungen sitzen mit ihren "normal" begabten Kameraden in einer Klasse. Das Dumme dabei ist nur, dass die meisten Schulen darauf noch gar nicht vorbereitet sind. Sie verfügen weder über ausreichende Erfahrung, noch über eine entsprechende Anzahl von Pädagogen, welche die Kinder mit ihren Defiziten unterstützend begleiten können. Die Folge: Bereits nach wenigen Tagen ist der zumutbare Frustpegel überschritten, da die Kinder dem Unterricht nicht mehr folgen können und abgehängt werden. Kinder die diese Schulform wieder verlassen haben und ihrer Begabung entsprechend in Förderschulen unterrichtet werden, entwickeln wieder Spaß und Ehrgeiz dem Schulstoff zu folgen.

Auf den Weg gebracht haben NRW's Politiker die gute Idee – leider auch diese wieder nicht zu Ende gedacht. Den Realitätslegasthenikern mangelt es leider an der Vorstellung und an dem nötigen Bezug, dass das theoretische Blabla auch in die Praxis umgesetzt werden muss. Schulen müssen darauf vorbereitet werden und mit einer entsprechenden Anzahl an Pädagogen ausgestattet werden, die einer Vielzahl individueller Bedürfnisse gerecht werden müssen. Ein Einstellungsstop für Lehrer ist da eher kontraproduktiv.  Dazu müssen die Bedürfnisse in jedem Einzelfall erst einmal festgestellt werden. Es muss eine Struktur in das Vorhaben und die Organisation gewährleistet sein. Finanzielle Mittel in Höhe von 1 Mrd. Euro (1.000.000.000) sind zwar ganz schön, jedoch bei weitem nicht der Schlüssel zum Erfolg. Frau Löhrmann (Bildungsministerin NRW) spricht von Startschwierigkeiten – Schwierigkeiten die aber bereits vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung abzusehen waren – wenn man zu Ende denken kann. Jetzt läuft die Zeit und alle die es umsetzen müssen eilen dem Geschehen hinterher.

Mit halbgaren Plänen sind die Ambitionen von Politikern bereits erschöpft – leider inzwischen der Normalzustand in unserer politischen Landschaft.

Inklusion für Politiker sollte zur Pflicht werden – Integration in das Leben der einfachen Steuerzahler – damit man mal weiß wovon man redet und welche Tragweite politische Entscheidungen haben können.