Endlich ist es soweit – rumänische und bulgarische Facharbeiter dürfen seit Jahresbeginn in Deutschland arbeiten. Ich bin so froh – die Rettung ist da.

So jedenfalls hört sich das an was die Medien in diesen Tagen als Halbwahrheit über Deutschland ausgießen. Warum es angeblich an Fachkräften mangelt bleibt bei dieser "Hurrameldung" unerwähnt. Zu viel zusammenhängende Wahrheit schadet nur.

Tausende von Facharbeitern sitzen in Deutschland zu Hause und werden von Firmen nicht eingestellt. Der Grund – sie sind schlicht zu teuer und zu alt. Zu teuer ist auch die Ausbildung von Fachkräften. Und da Arbeitnehmer mit guter Ausbildung und 20 Jahren Berufserfahrung nicht einfach vom Himmel fallen entsteht ein Mangel. Das ist kein Zufall oder ein Versäumnis, sonder politisch so gewollt. Unsere Politiker schauen nicht Jahrzehnte lang zu wie in Deutschland Fachkräftemangel entsteht, ohne etwas zu unternehmen. Nein – die gesetzgebende Politik schafft mit dem Regelwerk die Grundlage dafür. Der Arbeitsmarkt bedient sich lediglich dieser geschaffenen Möglichkeiten.

Wenn beispielsweise im Supermarkt teure Fachkräfte durch sozialversicherungsfreie Billigheimer ersetzt werden steigt die Marge und die Produkte können günstiger an den Verbraucher gebracht werden. Wenn Konstruktionsleistungen aus Fernost über das Internet für einen Bruchteil zu haben sind, ist es keine Überraschung wenn die deutschen Fachkräfte 20 Jahre später nicht mehr zur Verfügung stehen weil sie sich, wie es so schön heißt umorientieren mussten. Wenn Unternehmen ihre halbe hochqualifizierte und sehr kompetente Belegschaft, mit Hilfe von Unternehmensberatern gegen Billiglöhner aus Osteuropa austauschen können, so ist das nur eine legale Möglichkeit Kosten zu sparen – auch die Fachkräfte müssen schauen als was sie morgen ihre Brötchen verdienen können. Wenn schadstoffbelastete Textilien und Spielwaren in Asien, unter unmenschlichen Bedingen für den deutschen Markt hergestellt werden, dann braucht das von keiner deutschen Fachkraft mehr erledigt werden. Nach europäischem Recht müssen öffentliche Aufträge europaweit ausgeschrieben werden. Das schafft keine bessere Qualität im Endergebnis, verkürzt nicht die Ausführungsdauer oder vereinfacht die Auftragsabwicklung – das vernichtet deutsche Facharbeitskräfte. Brauchen Politiker und Unternehmer 20 Jahre um daraus Erkenntnisse zu gewinnen sind sie "plötzlich" weg – die Fachkräfte.

Integration wird geförderter koste es was es wolle – in dem Fall eben deutsche Arbeitsplätze. So ist das eben wenn Europa zusammenwächst. Deshalb hat kein Verantwortlicher auch nur einen Euro weniger auf seinem Konto.

Nach dem Mauerfall hat das mit der DDR ja auch ganz toll geklappt - "in 5 Jahren blühende Landschaften", hat der große Staatsmann aus Oggersheim seinerzeit voller Überzeugung propagiert. Mehr als 20 Jahre später großflächig verbrannte Erde ist die Realität.